Interferenz im Arbeitsgedächtnis: Ein formales Modell

Klaus Oberauer, Reinhold Kliegl

Full Text: PDF   Paper Package: OberauerKliegl2014a_1.0 tar.gz PID: 11022/0000-0000-1F46-0

Abstract



Oberauer, K. & Kliegl, R. (2010). Interferenz im Arbeitsgedächtnis: Ein formales Modell. Psychologische Rundschau, 61(1), 33-42.

Die Autoren stellen ein theoretisches Modell des Arbeitsgedächtnisses vor, das auf neuronalen Netzwerkmodellen beruht. Inhalte des Arbeitsgedächtnisses sind durch verteilte Muster neuronaler Aktivität repräsentiert. Bindungen zwischen Merkmalen eines Elements, und zwischen Inhaltselementen und ihren Kontexten, werden durch synchrones Feuern von Einheiten hergestellt. Daraus folgt das Prinzip der Interferenz durch Merkmalsüberschreibung als ein Faktor, der die Arbeitsgedächtniskapazität begrenzt. Erste Evidenz für dieses Prinzip liefern Experimente, in denen die Wiedergabe von Wörtern durch das Ausmass an Phonem- Überlappung mit Distraktoren manipuliert werden konnte. Eine mathematische Formulierung des Modells wird exemplarisch auf Zeit-Genauigkeits-Funktionen von jungen und alten Erwachsenen bei einer arithmetischen Arbeitsgedächtnisaufgabe angewandt. Diese Anwendung illustriert die Möglichkeit, mit Hilfe von nicht-linearen Mehrebenen- Regressionsmodellen (NLME-Modellen) theoretisch gehaltvolle Modelle simultan auf Gruppenmittelwerte und interindividuelle Unterschiede anzuwenden.

Psychologische Rundschau